Planungsgruppe Schulhofgestaltung

Datum: 
Donnerstag, 10. November 2011

Nach einer 3-jährigen Umbauphase unserer Schule im Innenbereich wurde auf Initiative der Eltern und des Fachbereichs Sport im August 2010 die Notwendigkeit der Erneuerung und Umgestaltung unseres Pausen- und Schulhofgeländes an die Schulleitung herangetragen. Das seit 2007 bestehende „Team Gesunde Schule“ konzentrierte sich zunächst auf den Schwerpunkt „Bewegung“ und organisierte gemeinsam mit dem Fachbereich Sport im September 2010 einen Sponsorenlauf unter dem Motto „Wir laufen um die Schule für die Schule“. Alle Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern halfen bei diesem Lauf Gelder für erste Projekte zugunsten der Umgestaltung des Pausengeländes zu sammeln. Die aus dem „Team Gesunde Schule“ sich entwickelnde Kerngruppe von drei Personen - Frau Glas, Frau Lerch und Herr Schorr - war sich nach mehreren Treffen einig, das Projekt Umgestaltung des Schul- und Pausengeländes im Rahmen einer partizipativen Planung auf den Weg zu bringen. Dieser Umgestaltungsprozess sollte kurz-, mittel- und langfristig die besonders auch durch den Neubau veränderte Raumsituation zum Wohle aller am Schulleben Beteiligten positiv beeinflussen. Hierbei wurden der Schulträger, die Landschaftsarchitektin, die Schulleitung, Schülerinnen und Schüler, die Eltern, interessierte Lehrkräfte, der Hausmeister, ortsansässige Vereine, die Jugendpflege, die Gemeinde und die benachbarte Grundschule beteiligt. In vier großen Planungssitzungen konnten unter Beratung des hinzu gezogenen Experten Dr. Peter Pastuch die Zielrichtung des Planungsprozesses und die Bedarfe der verschiedenen Gruppen konkretisiert werden. Die grundlegenden Bedürfnisse nach Bewegung, Begegnung, Entspannung müssen in der Schulpause ihre Befriedigung finden. Ein sinnvoll die unterrichtlichen Bemühungen unterstützender Pausenhof muss somit ein sehr differenziertes Angebot schaffen, so dass alle Beteiligten eine ihren individuellen Bedürfnissen entsprechende Pause machen können. In einer gemeinsamen Begehung des Pausengeländes wurden erste Ideen formuliert und diskutiert. Die Interessen der Schülerinnen und Schüler wurden in verschiedenen Altersgruppen im Rahmen eines Moduls „Schule mitgestalten und entwickeln“ von der LiV Frau Waldmann abgefragt und im Planungsprozess berücksichtigt. Einbezogen wurden die von Eltern, Lehrkräften und Vereinen formulierten Ergebnisse der Kooperativen Planung mit Herrn Pastuch sowie das von der Glas AG aus Seeheim entwickelte neue Erscheinungsbild der Schule.

Es ist hier gelungen, in einem partizipativen Planungsprozess diejenigen, die Schule täglich nutzen, für die sie einen Lern- und Lebensort darstellt und die für das Gebäudemanagement Verantwortlichen zusammen mit Eltern, Vereinen und Kommune an einen Tisch zu bringen mit dem angestrebten Ziel einer „Gesunden Schule“, einer Schule, in der sich die Unterrichtenden sowie die Unterrichteten gerne aufhalten und lernen. Dabei ist es nicht Ziel, mit dem Aufstellen verschiedener Geräte scheinbare Bedürfnisse zu befriedigen, vielmehr soll versucht werden, möglichst naturnahe Bewegungsräume und -gelegenheiten zu nutzen, auszubauen oder wiederherzustellen. Es gilt, einen Ort der Erholungsmöglichkeiten zu schaffen, wo sich Kinder und Jugendliche gerne aufhalten. Dies soll auch bei der Erstellung von Kommunikationsbereichen vor der Bibliothek und Cafeteria, die mit Schülern anderer Schulen z.B. der Martin-Niemöller-Schule in Riedstadt oder der Peter-Behrens- Schule in Darmstadt (Holzfachschule) unter fachlicher Beratung  gebaut werden sollen, seine Fortsetzung finden. Als wichtigen Impuls dieses Umgestaltungsprozesses setzten wir mit dem 1. Aktionstag am 03.09.2011 einen Akzent für die neue Außendarstellung der Schule. 20 Eltern, Schüler und Lehrkräfte arbeiteten mit tatkräftiger Unterstützung durch den Bürgermeister an der Umsetzung der Planungen zur Schulhofgestaltung. Als erste Projekte nahmen sich die Aktivisten die Errichtung einer Boulderwand an der Ecke der großen Sporthalle sowie eine erste Umgestaltung und Verschönerung des Eingangsbereiches vor. Gleichzeitig wurde auf Wunsch der Planungsgruppe das alte Vordach der Schule durch den Schulträger entfernt und eine positive „Öffnung“ des Eingangs erzielt.

An weiteren Aktionstagen dieser Art sollen mit dieser Zielrichtung, unter Beteiligung möglichst vieler Mitglieder der Schulgemeinde, Veränderungen des Schul- und Pausengeländes vorgenommen werden. Den Prozess fortsetzende Klassenprojekte wie z.B. die Wiederherstellung einer Sonnenuhr, der Aufbau und die Pflege eines Biotops und die Bepflanzung von Außenbereichen dienen der Identifikation und Akzeptanz. Rennen, Laufen, Toben bauen Stress ab. Im Sinne der „bewegten Pause“ sind Bewegungselemente geplant, die die motorischen und damit auch kognitiven Fähigkeiten schulen. Im ersten Teil der Umsetzung wurde, wie bereits erwähnt, eine Boulderwand im Rahmen eines gemeinsamen Aktiontages umgesetzt. Dieser Spielbereich soll zu einer „Bewegungsmeile“ weiter ausgebaut werden und verschiedene Möglichkeiten zum Klettern, Balancieren und Hüpfen bieten. Gemeinsam mit Schülern wird im Rahmen eines Kunstprojekts die Wand mit einem Graffiti-Kunstwerk gestaltet. Vor der Mensa und der Bibliothek mit angeschlossenem Werkraum sind neue Aufenthaltsräume entstanden, die ihre Fortsetzung im Freiraum als Arbeits- und Ruhebereiche erhalten. Hier sind multifunktionale Elemente geplant, die von den Schülern vielseitig genutzt werden können: Vor der Bibliothek und dem Werkraum wird eine Terrasse angelegt, die Platz hat für fünf mobile Tische mit je sechs Sitzplätzen. Den sich anschließenden Lesegarten gliedern Gräserinseln in kleinere Räume. Hochwachsende Gräser oder Bambus rascheln im Wind und schaffen eine angenehme Atmosphäre. Sitzpodeste (1,40 x 1,40 m) verteilen sich locker in diesen Kleinräumen und bieten sich an, alleine oder in kleinen Gruppen in Beschlag genommen zu werden. Sie sind fest installiert und stehen damit auch in der Übergangszeit zur Verfügung.
Für den Mensaplatz ist ebenfalls eine Kombination aus mobilem Mobiliar und fest installierten Sitzmöglichkeiten vorgesehen. Gegliedert wird der große Terrassenbereich durch zwei fest installierte Sitzlandschaften in Form einer großen Acht, die sich in Modulbauweise aus Einzelelementen (2,50 x 0,50 m) zusammensetzen. Es entstehen offene oder geschlossene Kommunikationsräume, die vielfältig genutzt werden können. Unabhängig von den klassischen Essenszeiten können die Schüler sich hier treffen und in kleinen Gruppen zusammensitzen. Bei Bedarf können zusätzlich Tische vor die Bankelemente gestellt werden. Drei kleinere Bäume grenzen die Terrasse gegenüber der Zufahrt ab und geben dem Platz Rückendeckung. In einer Mauernische wird eine Bank auf gesamter Länge integriert, die Wand kann auch hier mit Schülern gestaltet werden. Dabei ist die bislang positive Kooperation des Schulträgers mit Know-how und materieller Unterstützung weiterhin gefragt für eine tragfähige Umsetzung der langfristigen Planungen.
Der Schulträger sieht sich hier durch die enge Zusammenarbeit in Planung und Umsetzung in der Lage, modellhaft die Bedarfe von Schulen zu erfahren und bei der Gestaltung von Außenbereichen einzuplanen. Als zusätzliche Finanzierungsquelle dienen uns Spendengelder, die bei den vom Fachbereich Sport organisierten Sponsorenläufen zuletzt 2010 und im September 2012 durch die Teilnahme aller Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte mit dem Ziel „Schulhofgestaltung“ erlaufen werden.

Thomas Schorr

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